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| Heizöl statt Diesel - kein Kavaliersdelikt! |
| Mittwoch, 27. Januar 2010 um 15:20 Uhr |
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Es klingt alles sehr verlockend: auf jeden Liter Diesel werden derzeit knapp 60 Cent Steuern erhoben. Heizöl kommt da wesentlich günstiger weg: je nach Schwefelgehalt werden zwischen 6,1 und 7,6 Cent pro Liter an Steuern gezahlt. Mit derzeit etwa 60 Cent pro Liter kostet Heizöl damit etwas mehr als die Hälfte von Dieselkraftstoff für PKW (Stand: Januar 2010). Dass sich zumindest ältere Dieselmotoren von LKW als auch von PKW mit Heizöl betreiben lassen, ist mittlerweile sicherlich weit verbreitetes Wissen. Warum also nicht einfach Heizöl statt Diesel tanken, wenn's billiger ist und dem Motor nicht schadet? Heizöl als Treibstoff?Der Staat hat sich allerdings etwas dabei gedacht, als er die verschiedenen Steuersätze einführte: Heizöl soll auch zum Heizen verwendet werden, und dabei sollen Bürger und Betriebe nicht mehr zahlen als z.B. bei Gasheizungen. Dementsprechend ist es wenig verwunderlich, dass die Verwendung von Heizöl als Treibstoff nicht nur ungerne gesehen wird, sondern auch den Strafbestand der Steuerhinterziehung erfüllt. Und für die Verfolgung ist in Deutschland der Zoll zuständig. Um die Kontrolle zu erleichtern, wird das Heizöl farblich markiert - war das früher nur ein roter Farbstoff, der durch mutige Zeitgenossen noch mit etwas Aufwand zu entfernen war, wird heute europaweit einheitlich zusätzlich "Solvent Yellow" verwendet, wodurch Heizöl bei Kontrollen des Zolls schnell eindeutig entdeckt werden kann. Bevor der Zoll jedoch einen Blick in den Tank wirft, haben sich die Fahrzeuge häufig vorher schon durch einen etwas stärker qualmenden Auspuff verraten. Laut der Internetseite des Zolls passiert es auch recht häufig, dass sie Insidertips von Mitarbeitern der Speditionen bekommen. Manchmal reicht eben schon ein unzufriedener Angestellter aus, um den Chef auffliegen zu lassen. Ein verärgerter Ex-Mitarbeiter lässt Firma auffliegenBeispiele für so etwas gibt es immer wieder. So betankte ein Unternehmer aus Kassel seine Kleintransporter zwischen 2006 und 2008 mit rund 60.000 Litern Heizöl. Die Summe der hinterzogenen Steuern belief sich dabei auf etwa 28.000 Euro. Viel häufiger erwischen die Fahnder jedoch LKW aus Osteuropa mit dem illegalen Treibstoff. Wird man erwischt, so muss zunächst die hinterzogene Steuer direkt bezahlt werden, also die Differenz zwischen Diesel- und Heizölsteuer. Zudem wird das Betanken des Fahrzeuges mit Heizöl rechtlich als nicht zulässige Nutzung des Dieseltanks gewertet. Die Konsequenz ist die Gleiche, als würde man mit einem nicht eingetragenen Tuningteil erwischt: die Betriebserlaubnis für das Fahrzeug erlischt, und man macht sich nochmals strafbar. Weiterhin erfolgt eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung, was ein Bußgeld abhängig von der Schwere des Vergehens nach sich zieht. Für die Fahrer moderner Diesel-PKW kann sich zudem noch eine ganz andere unangenehme Konsequenz ergeben: Heizöl hat einen hohen Schwefelanteil, der die Abgasreinigungsanlagen schädigt. Die Freude über einen geringeren Literpreis dürfte maximal bis zum nächsten Werkstattbesuch andauern. |

