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So sinnvoll ist die Abwrackprämie wirklich?
Montag, 02. März 2009 um 10:34 Uhr

AbwrackprämieDie am 27.Januar 2009 eingeführte Abwrackprämie ist in aller Munde. Sie besagt, dass man bei Verschrottung eines mindestens neun Jahre alten Wagens, für den Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens ab Schadstoffklasse vier eine Prämie in Höhe von 2500 Euro bekommt. Dies soll der Absatzkrise der Automobilbranche entgegenwirken und in Deutschland als einer der größten Autobauer Arbeitsplätze sichern. So weit, so gut...

 

 

Führt die Abwrackprämie ins Nichts?

Der erste Einwand gegen die Sinnhaftigkeit dieser Prämie ist, dass sie eine Marktverzerrung zur Folge hat, und die Hersteller nicht auf die Idee kommen, etwas an ihrer nur auf Masse zielenden Produktionspolitik zu ändern. Ebenfalls wurden Stimmen von Seiten der Hartz IV Empfänger laut, da die "Umweltprämie" bei Hartz IV Leistungen angerechnet wird und gerade Empfänger solcher eine Prämie natürlich sehr zugute kommen würde.

Nützt die Abwrackprämie tatsächlich der Umwelt?

Des weiteren kaufen, die von der Prämie angesprochenen Fahrer von Autos, ie neun Jahre oder älter sind, in der Regel Klein- oder Gebrauchtwagen. Kleinwagen sind aber nicht gerade die Königsdisziplin deutscher Autobauer und um die deutsche Autoindustrie geht es ja schließlich.
Der nächste zu beachtende Aspekt ist, dass die Schadstoffausstöße vieler Autotypen sich in den letzten neun Jahren kaum verändert haben, und das Alter eines Wagens keinesfalls Aufschluss über die umweltschädigende oder nicht umweltschädigende Wirkung eines Autos gibt. Sodass es keinen Sinn macht, pauschal zu sagen, dass es förderlich für die Umwelt ist, Autos zu verschrotten, die älter als neun Jahre sind.
Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass nicht jedes Auto eines deutschen Herstellers auch in Deutschland hergestellt wird, sondern große Teile der Produktion oft auch im Ausland getätigt werden. Und es sollen ja Arbeitsplätze und Wirtschaft in Deutschland unterstützt und gefördert werden.

Da stellt sich nun schnell die Frage, ob dies durch die Abwrackprämie im gepriesenen Umfang wirklich erfolgt. Zum Beispiel ist es auch eine interessante Tatsache, dass allein die Produktion eines Neuwagens, und produziert werden soll ja schließlich fleißig, ungefähr soviel Energie kostet wie zwei Jahre lang Autofahren.

 

So ist es also doch äußerst fraglich, ob es den Politikern unter Berücksichtigung all dieser Tatsachen wohl wirklich um die Umwelt und die Konjunktur geht.

Und warum sie nicht statt der auf den ersten Blick so verlockenden Prämie vielleicht die Mehrwertsteuer auf das umweltfreundlichste Fortbewegungsmittel überhaupt, nämlich das Fahrrad verringert haben? Tja, als Antwort bleiben da wohl nur noch die Wählerstimmen und die sollten sich überlegen, ob man sie damit gewinnen kann.